τὸ μὲν οὖν αἰσθάνεσθαι ὅμοιον τῷ ... νοεῖν.

Das Wahrnehmen nun ist ähnlich dem ... vernünftigen Erfassen.

Aristoteles (De Anima III, 7: 431a)

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Samstag, 21. April 2018

In der Metaphysik lesen (BUCH VII (Z),1035a 22 – 1035 b 24


Antwort von Walter Seitter

Zu I.  

Die Begriffe lauten: Speziezismus, Speziezist(in)

Der Begriff der "genetischen Information" ist mit Hinweis auf neuere Forschungen, Umstrittenheiten, unterschiedliche Definitionen, mögliche Fehlwirkungen nicht außer Kraft gesetzt. Auch die Natur ist nicht unfehlbar - aber sie funktioniert mit einer hochwahrscheinlichen Regelmäßigkeit. Menschliche Eltern erzeugen menschliche Kinder.


Aus dem Protokoll vom 5. März 2018:

.„Speziezismus“ nennt man, nämlich Peter Singer, die Diskriminierung bzw. Andersbehandlung  bestimmter Arten von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Bruno Latour behauptet nun in Le Monde vom 5. März 2018, dass eine Kritik daran sich ins Absurde verirrt, wenn sie bestimmte Arteigenschaften, etwa die Vorliebe für Gazellen vonseiten der Löwen, leugnet oder abschaffen will. Gegen einen derartigen „Antispeziezismus“ setzt er einen „Multispeziezismus“ – womit Überlegungen innerhalb der menschlichen Spezies über ihre Nahrungsbeschaffung nicht präjudiziert sind; denn Überlegen ist eine menschliche Fähigkeit. (Yves Bonnardel, Thomas Lepeltier, Pierre Sigler: La révolution antispéciste (Paris 2018))

Mit anderen Worten: es gibt viele Arten und jedes - uns aus der Erfahrung bekannte -  Lebewesen gehört einer bestimmten Art an: Reh, Mensch ...-. Fortpflanzung funktioniert nur artgleich, artgemäß, gleichartig, homonym, homoeidetisch - zwischen verschiedenen Geschlechtern: zwischen den sexuellen Geschlechtern (m, w) und zwischen den Generationen (Eltern, Kinder). So bei A und bei S.

Daß die Intelligenz tatsächlich den Unterschied zwischen Mensch und Reh markiert, wird von mir nicht unbedingt behauptet. Aber dass es artbildende Unterschiede gibt, behaupte ich -  z. B. Anzahl der Beine, Vorliebe für bestimmte Nahrung... 

Nach Peter Singer bildet die Intelligenz den Unterschied zwischen sog. normalen Menschen und sog. dementen Menschen. Aber nicht zwischen normalen Menschen und irgendwelchen bestimmten sagen wir aufgeweckten Tieren. Daraus zieht er drastische Schlüsse für die Ethik, die nicht von allen Menschen geteilt werden. Sein Antispeziezismus erscheint mir theoretisch (empirisch) irrig, praktisch (ethisch, politisch) gefährlich.

Von Rassismus sollte man nur sprechen, wenn der Begriff "Rasse" einigermaßen geklärt ist. Rasse ist eine feste Gruppe innerhalb einer Art mit subspezifischer vererbbarer Bestimmtheit. Ob es so etwas gibt, bei Menschen, Hunden, Pferden, weiß ich nicht. Daher spreche ich weder von Rasse noch von Rassismus.