τὸ μὲν οὖν αἰσθάνεσθαι ὅμοιον τῷ ... νοεῖν.

Das Wahrnehmen nun ist ähnlich dem ... vernünftigen Erfassen.

Aristoteles (De Anima III, 7: 431a)

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Donnerstag, 11. August 2022

Sommer-Dichter-Lektüre: Serres-Lukrez

 10. August 2022

 

Als Vorwort für das heutige Protokoll die Erwähnung eines neulich vorgefallenen Ereignisses, das anscheinend bzw. beckmesserisch betrachtet mit dem hier Protokollierten nichts zu tun hat. Tatsächlich aber doch einiges.

 

Meine persönliche intensive Beschäftigung mit antiker Philosophie datiert erst seit dem Jahr 2007. Neulich überreichte mir Brigitte Borchhardt-Birbaumer, die ich seit gut zehn Jahren, nämlich seit der Nacht-Ausstellung im Unteren Belvedere, kenne, ein Hauptwerk ihres verstorbenen Ehemannes, des Archäologen Jürgen Borchhardt (1936-2021) mit dem ziemlich homerischen Titel Der Zorn des Poseidon und die Irrfahrten des Odysseus (Wien 2015). Es handelt sich um eine wissenschaftshistorisch gebündelte sowie poetisch erweiterte Autobiographie, die fast ein ganzes Forscherleben mit Berichten und Bildern, mit Fragen und Antworten punktiert. Die antike griechische Kultur bildet das Hauptthema und sie wird weniger mit ihren historischen Fixierungen illustriert als vielmehr in ihren geographischen Bewegungen und Weiterungen neu formatiert. Wenn eine Vergleichung mit dem hiesigen Leseunternehmen möglich ist, dann die, daß wir die Aristoteles-Lektüre mit dem Hermann von Kärnten historisch und geographisch schon sehr zerdehnen, mit Serres und Lukrez aber noch weiter zerreißen und kontrastieren und „asokratisch“ neu beleuchten.

 

Mit Serres und Lukrez gewinnen wir einen gewissen Abstand von der philosophischen Zentrierung auf Athen, die der andere mit uns zeitgenössische Homer-Fahrer, Friedrich Kittler (1943-2011) sehr skeptisch betrachtet hat.

 

*

 

„Wir existieren, wir sprechen, wir arbeiten, mit unserem Verstand, mit unserer Wissenschaft, mit unseren Händen – nur im Abstand, dank dem Abstand vom Gleichgewicht. Alles ist Abstand gegenüber der Homöostase – alles außer dem Nichts, außer der Identität …

Und da ist er wieder der Ort des ersten Atomismus. Die Natur läuft unaufhörlich im Fluß ihrer schweren Elemente auf ein Gleichgewicht zu. Der Waagebalken hat keinen Fixpunkt. Da oder dort, irgendwann oder morgen tauchen stochastisch die Abstände auf. Oder die differenziellen Neigungswinkel. Da ist es: eher etwas als nichts, da die Existenz, da die Turbulenzen, die Spiralen, die Voluten, die Figuren außer der Homöostase. Sie werden auf Null gebracht werden durch den Verfall, durch die Ruinen, durch den Tod. Aber temporär formieren sie sich. Wenn sie existieren, dann als Abstände gegenüber der Homöostase, und wenn sie sich formieren, dann durch das Abstandsdifferenzial, das inchoative. Nun sind die Atome auch Buchstaben, sie fügen sich zusammen zu Sätzen, sie bauen sich zusammen zu Büchern. Wenn ich sprechen kann, verdanke ich es wiederum diesem Abstand, mit dem das Volumen anhebt. Archimedes führt in unser Vernunftprinzip die Strenge ein, welche im Existieren liegt. Epikur und Lukrez bringen es auf die Welt, führen es in die Natur ein.

Und das ist heute der neue Ort unserer Wissenschaft. Wir haben gelernt, daß die Wiederholung redundiert, wir fangen an, zu fürchten, daß die Allsätze informationslos sind. Das Wissen ist an Knappheit gebunden. Alles, was existiert – Sand, Kiesel, Stier, Wolke, Galaxie, steht dem Unwahrscheinlichen näher als dem Gleichgewicht. Das entfernt uns – von einem Kap zum anderen[1]- vom alten Wissen, für das bekanntlich das Nicht-Existente das Gewisse ist. All das existiert immerhin. All das hat sich gegen die alten Gesetze formiert, wenn es dank ihnen stirbt. Die seinerzeitige Wissenschaft ist eine des Todes. Eine des Mars.

 

Es ist entstanden, es existiert, im Sinn des alten Vernunftprinzips, ‚eher als das redundante Nichts‘, es existiert abständig gegenüber jedweder Homöostase. Wir sind heute Archimedeaner, was die Formen und die Stabilitäten betrifft. Wir sind Epikureer für die Winkel und die Wirbel. Und dank Aphrodite. Alles ist, alles wird gedacht, gesprochen oder gearbeitet, im Abstand vom Gleichgewicht. Da kommt sie wieder die Natur der Dinge : rerum natura. Und der große Pan ist wiedergeboren.

 

Aphrodite taucht aus den Wassern auf.[2] Pardon, sie ist ein flottierender Körper . . .“ (32f.)

 

So fängt die Hydrostatik an: man werfe einen Körper in ein Fluid – wird er geneigt bleiben, wird er sich gerade aufrichten? Es geht immer um denselben Winkel, um denselben Abstand, um dieselbe Neigung. In dem Buch Von den schwimmenden Körpern, wo Archimedes definiert, der statische Auftrieb eines Körpers in einem Medium sei genau so groß wie die Gewichtskraft des vom Körper verdrängten Mediums, wird die Hydrostatik als ein eigener Bereich der Physik begründet, in dem die alte Lehre von den vier Elementen mit neuen Beobachtungen verbunden wird.

In der Theorie des Schlingerns und des Stampfens eines Schiffs bilden kugelförmige und kegelförmige Körper die Modelle für Turbinationen. Die Statik der schwimmenden Körper besteht darin, einen immer wieder auftauchenden Winkel auszulöschen. Er zittert ständig um den Nullpunkt herum. Unruhe aufgrund starken Seeganges, starker Windstöße. Die Protodynamik des Lukrez besteht in der Frage: was passiert tatsächlich, wenn dieser Winkel auftaucht oder anhält? Die Antwort lautet: alles. Das heißt: die Natur, die Geburt der Dinge. Und das Auftauchen der Sprache.

 

Die Theorie der Homöostase im fluiden Medium verlangt neuerlich nach einem Abstand. Er stellt sich ein, er verschwindet, er kommt wieder – je nach den Zufällen der Turbulenzen, der Zeiten und der wechselnden Orte. er zeigt die Turbulenz an, er ist ihr Inchoativ. Die Fregatte der Venus ist metastabil auf den Wassern.

Nichts fehlt mehr für die Mathematisierung des Modells – die dafür zuständigen Disziplnen konvergieren in eine globale Theorie der Abstände, in ein Vernunftprinzip, das Prinzip der Neigung des Existierenden und des Entstehenden. Der Weg von den reinen Wissenschaften zu den angewandten Wissenschaften und von denen zur Technologie steht offen.

 

Das Unglück oder vielmehr die Kultur, die Geschichte haben gewollt, daß die Durchführung innerhalb der Mauern von Syrakus, vor den römischen Kolonnen, zu geschehen hat. Auf dem Marsfeld. Die höchste und tiefste der antiken Wissenschaften, die der Natur wie auch den menschlichen Aktivitäten am besten angemessen war, vor der martialischen Gewalt zerbarst. Athen wird in Syrakus gestoppt.

 

Wie läßt sich nunmehr das Wissen des Archimedes vor den Imperien des Mars retten? Darin liegt das Problem des Lukrez, darin seine Verzweiflung. Die Aphrodite-Natur vor den Klauen des Krieges retten, ein Venus-Wissen stiften. Archimedes‘ Werk bewahren, den Vertrag wechseln, das foedus.

 

Atom-Körner im unendlich Leeren, minimaler oder differenzialer Winkel im technischen Wirbel – das beginnt bei Demokrit, Archimedes vollendet, krönt das Gebäude. Es gibt also eine mathematische Physik, eine weltnahe und demonstrierte, bei den Griechen, die sie angeblich nicht hatten. Zeugnisse  davon im Überfluß in De rerum natura. Aber Lukrez, ich wiederhole, hat verzweifelt gesucht, wie auch wir dringend tun sollten, eine Vertragsänderung herbeizuführen. (Siehe 33ff.)

Beiläufig werden Götternamen eingestreut, andererseits werden politische Implikationen oder Alternativen der Physik angedeutet, die nach Serres im 20. Jahrhundert nach Christus akuter sind als je zuvor und wahrscheinlich im 21. Jahrhundert es noch immer sind. Dahin gehen jedenfalls Andeutungen in seinem letzten Buch: Das Verbindende. Ein Essay über Religion (Berlin 2021)

 

Walter Seitter

 

 


[1] Michel Serres hat die Kaps, die den Seefahrer ein ums andere Mal von irgendwo entfernen, vielleicht wirklich stärker erlebt als ich, der ehemalige Strandläufer, dem sich immerhin das Kap Malea eingeprägt hat (dank Stella Chrysochoou), welches mich für immer von Kythera fernhält (nur Antikythera habe ich von Kreta aus erblickt))

[2] (Fußnote W. S.)

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mittwoch, 3. August 2022

Sommer-Dichter-Lektüre: Serres-Lukrez

3. August 2022

 

In vergangenen Spätsommer habe ich einen Ferial-Einschub zum Metaphysik-Lesen gemacht und protokolliert, der sich auf Die Sonne von Francis Ponge bezogen hat, welches Buch den philosophischen Horizont keineswegs in Abrede stellt, sich aber aufgrund seiner Gegenstandswahl eher in die Physik als in die Metaphysik einfügt.

  

In diesem Jahr soll sich die Sommer-Lektüre wieder auf ein Werk beziehen, das der Dichtkunst zugerechnet wird – und das Aristoteles zeitlich viel näher liegt, sich dabei wiederum enger der Physik zuordnen läßt. Es handelt sich um das von Titus Lucretius Carus (99 - 55) verfaßte lateinische Lehrgedicht De rerum natura, das abgesehen von seinem speziellen dichterischen Textcharakter einem anderen Physik-Paradigma folgt als die aristotelischen Lehrschriften.

 

Das aristotelische Physik-Paradigma wird zumeist als „Hylomorphismus“ bezeichnet. Demzufolge bestehen die Körper – ob anorganische oder organische – aus Stoff und Form als Bestandteilen, die genaugenommen nicht selbständig existieren. Das tun nur die zusammengesetzten Gesamtheiten – wobei Aristoteles die wahrnehmbaren Körper im Auge hat. Die andere Schule der antiken Physik, die auf Demokrit von Abdera (459-370) und Epikur (341-271) zurückgeht und der auch Lukrez folgt, wird als „Atomismus“ bezeichnet – eine gewisse Nähe zu modernen mikrophysikalischen Auffassungen ist bereits in der Begrifflichkeit sichtbar. Danach bestehen die uns bekannten Körper jeweils aus einer Vielzahl von winzig kleinen und unsichtbaren Körperchen, mit viel Leere und Bewegung.

 

Das Sonnenbuch von Ponge, das sich im Laufe mehrerer Jahrzehnte im 20. Jahrhundert nach Christus angehäuft oder akkumuliert hat, habe ich in der deutsch-französischen Edition des Jahres 2020 mir vor Augen geführt. Den Text von Lukrez, von dem es auch deutsche Übersetzungen gibt, rezipiere ich indirekt mittels der von dem französischen Philosophen Michel Serres (1930-2019) verfaßten Kommentarnachschrift La naissance de la physique dans le texte de Lucrèce. Fleuves et turbulences (Paris 1977). Seitenangaben beziehen sich darauf.

Was ich hier schreibe, wird – wie auch die Mittwoch-Protokolle zur aristotelischen Metaphysik – „nur“ protokollartig sein. Protokollsätze, die keinen wohlgeformten Text zustandebringen und die eben damit die Frage nach den philosophischen Textsorten aufwerfen: sowohl nach denen in der Antike wie auch nach denen, die heute möglich sind nach so viel Wissen und eben auch Nicht-Wissen über solches wie „Metaphysik“.

 

Einzelne aus diesem oder jenem Buch herausgeschriebene Sätze oder Absätze sowie Anmerkungen von mir selber bilden „Protokollsätze“, die von nun auch in der Philosophie eine Textsorte darstellen. Denn das Philosophieren, das sich von Haus aus keinem Paradigmazwang unterwirft, ist auch an keine bestimmte Textsorte gebunden, wie man sogar bei dem eher langweiligen Schriftsteller Aristoteles sehen kann, der zwar - neben den Sophisten – die „Abhandlung“ zu seiner wichtigsten Schreibweise gemacht hat, dennoch aber in der Metaphysik zwei Bücher in der Form der „Liste“ angelegt hat.

 

Das Protokoll ist eine Textsorte, die aus zumeist bürokratischer Betriebsführung stammt, wo bestimmte Vorgänge wie Gerichtssitzungen, Vertragsabschlüsse, Abstimmungen, Zeremonien schriftlich oder ähnlich dokumentiert werden. Der Protokollführer ist gehalten, die wesentlichen Schritte des Vorganges, also Verlautbarungen, Wortmeldungen, Beschlüsse aufzuzeichnen, damit die rechtsverbindlichen Ergebnisse nicht bestritten werden können.

 

Aus der juridischen Sphäre ist das Protokollwesen auch in den Bereich der Wissenschaft übernommen worden. So spricht man in den Naturwissenschaften von Versuchsprotokollen, in denen Personal, Thema, Hypothesen, Aufbau, Durchführung, Ergebnisse festgehalten werden. Eine spezielle wissenschaftstheoretische und philosophische Debatte wurde um 1930 innerhalb des Wiener Kreises zwischen Moritz Schlick, Otto Neurath, Rudolf Carnap und Karl Popper um Protokoll- oder Beobachtungs- oder Basissätze geführt, wobei jene Sätze gerade nicht soziale Veranstaltungen mit Rechtsfolgen aufzeichnen, sondern individuelle Subjekt-Objekt-Erlebnisse, die zu allgemein gültigen Theorien umgebildet werden sollten. So etwas wie Wahrnehmungsprotokolle bilden in der belletristischen Literatur seit dem 19. Jahrhundert eine wichtige Strömung, die auch philosophische Zugänge eröffnet – beispielshalber sei Peter Handke genannt.

 

In der Belletristik ist auch die juridische Spielart des Protokolls aufgegriffen worden. Etwa von Albert Drach mit seinem Großen Protokoll gegen Zwetschkenbaum (München 1964). In zwei Theaterstücken hat derselbe Autor fiktive Protokolle gegen den Marquis de Sade sowie gegen Adolf Hitler verfaßt, um sie dem endgültigen Vergessen zu entreißen. Denn die basale Funktion des Protokolls, besteht darin, daß es eine Maßnahme gegen das Vergessen zu sein hat.

 

Etwa in der Mitte des 20. Jahrhunderts war es noch üblich, daß universitäre Seminarsitzungen protokolliert wurden. Der Protokollant sollte den Ablauf getreulich wiedergeben, sodaß jede Sitzung bis zum Semesterende für alle Beteiligten einsehbar war.

 

Unter dem Titel „Gesprächsprotokoll“ läßt sich diese Vorgangsweise auf alle Lebensbereiche übertragen. In so einem eher informellen Sinn habe ich seit dem Beginn der Mittwoch-Seminare auf dem Hohen Markt, also seit dem Jänner 2007, die Lektüre-Gespräche, die sich zumeist auf Aristoteles beziehen, protokolliert.

 

Aus diesen Aufzeichnungen sind die Dokumentationen Poetik lesen 1 und 2 (Berlin 2010, 2014) sowie Aristoteles betrachten und besprechen (Metaphysik I-VI) (Freiburg-München 2018) hervorgegangen.

 

Wenn ich jetzt die Sommer-Dichter-Lesung zu Lukrez protokollieren will, erhebe ich auch für die schon vorgelegten Protokolle den Anspruch, daß sie die Textsorte „Protokoll“ in die Philosophie einführen, die ja seit Empedokles, Platon, Nietzsche und so weiter nicht auf eine einzige Schreibweise festgelegt ist.

 

Deswegen ist es für die hiesigen Protokolle wichtig, daß der oder die Protokollanten nicht tabula rasa oder Kamera spielen, sondern daß er als individueller Schriftsteller aufschreibt, umschreibt und weiterschreibt, daß er seine Umstände nicht verschweigt, daß er nicht als Inkognito oder Geheimdienstler agiert. Nur so haben die Protokolle eine Chance, philosophische Texte zu sein.

 

*

 

Damit der Einstieg nicht zu einfach wird, zunächst ein Hinweis auf Archimedes von Syrakus (287-212), der nicht als Philosoph gilt, sondern „nur“ als Mathematiker, Physiker und Ingenieur. Auch seine Entdeckungen gehören zum Umfeld, in dem Lukrez sein Denk- und Dichtwerk entwickelt hat. Insbesondere die Mathematisierung der Physik, die dem griechischen Denken bestenfalls auf der Ebene reiner Theorie plausibel war, ist ihm durch Archimedes zugänglich geworden.

 

„Wir mischen die Erfahrung mit den Gleichungen. Wir verbinden das Protokoll, Schritt für Schritt, mit dem Formellen und dem Metrischen. Ohne diese ständige Nachbarschaft gibt es kein Experiment und kein Gesetz. Den Griechen mußte dieses Vermischen fremd sein. Sie haben keine einheitliche mathematishe Physik. Ihre Physik ist eine zweifache. Sie bringen strenge formale Systeme hervor und außerdem Diskurse über die Natur – wie zwei getrennte Sprachblöcke, wie zwei separate Mengen … Daher diese merkwürdige Vorstellung, die der Wissenschaftsgeschichte gemeinsam ist: daß es keine mathematische Physik bei den Griechen gibt. Es gibt sie - aber man muß sie sehen. Und um sie zu sehen, muß man beispeilsweise Epikur und Archimedes zusammenlesen.“ (21f.)

 

„Hätten wir nur das Identitätsprinzip, so wären wir stumm, unbeweglich, passiv und die Welt hätte keine Existenz: nichts Neues unter der Sonne. Wir nennen principe de raison die Tatsache, daß eher etwas existiert als nichts. Und daher ist die Welt da und wir arbeiten und sprechen hier. … Das Prinzip bezieht sich auf: eher existieren als … Wenn Dinge existieren und wenn es die Welt gibt, so weichen sie von Null ab. Und wenn es einen Grund gibt, so handelt es sich um ein Verhältnis der Neigung (inclinatio).“ (31f.)

 

Die Existenz ist eine Abweichung vom absoluten Gleichgewicht, und daher, sagt Serres nach Lukrez, sind wir Epikureer, so wie die Winkel in der Geometrie und die Wirbel im Wasser und Aphrodite auf dem Meer.

 

„Von Cicero bis Marx gilt die Abweichung (declinatio) der Atome als eine Schwäche der Atomtheorie. Das clinamen ist eine Absurdität. Logische Absurdität, da ohne Begründung eingeführt: Ursache ihrer selber und dann Ursache aller Dinge; geometrische Absurdität, da ihre Definition unverständlich und blockiert ist; eine mechanisch-physikalische Absurdität, die dem Trägheitsgesetz widerspricht und auf ein perpetuum mobile hinauszulaufen scheint; eine allgemein-physikalische Absurdität, die von keinem Experiment aufzuweisen ist. Niemand hat jemals einen schweren Körper fallen sehen, der plötzlich von seiner Bewegungsbahn abweicht. Das clinamen wird folglich in die Subjektivität verlegt, es geht aus der Welt über in die Seele, aus der Physik in die Metaphysik, aus der Theorie der frei fallenden trägen Körper in die Theorie der freien Bewegungen des Lebendigen. … Die modernen Materialisten stoßen sich an diesem Riß im Determinismus und interpretieren ihn zu einem Idealimus des freien Subjekts um.

… Andererseits ist diese prinzipielle Absurdität ein zusätzliches und entscheidendes Beweisstück für den prähistorischen Status der griechisch-lateinischen Physik. Es handelt sich hier nicht um eine Physik der Welt, sondern um ein unreines Gemisch aus Metaphysik, politischer Philosophie und Träumereien über die individuelle Freiheit, die auf die Sachen selbst projiziert werden. Das brutale Resultat der Kritik: es gibt keine Atomphysik in der Antike, es gibt überhaupt keine angewandten Wissenschaften; und das angebliche clinamen ist nichts weiter als eine immaterielle Eigenschaft des Subjekts. Wir müssen De natura rerum von Lukrez als Humanisten oder als Philologen lesen – und keineswegs einen Physik-Traktat.“ (9f.)

 

Wie aber expliziert Lukrez seine so inkriminierte These?

 

Die Atome, die sich frei fallend im Leeren bewegen, weichen von ihrer geraden Bahn so gering wie nur möglich ab: paulum tantum quod momen mutatum dicere possis. Die Abweichung ist nec plus quam minimum. Was so absonderlich klingt, ist nichts anderes als eine erste Annäherung an die Infinitesimalrechnung. Das clinamen ist eine Abweichung, die mit der Differentialrechnung zu erfassen ist – die im Französischen als méthode des fluxions bezeichnet und so mit physischen Erscheinungen definiert wird: mit Strömungen, mit Fließungen. Lukrez vergleicht sie mit den Regentropfen, die einmal dahin einmal dorthin fallen.

 

Michel Serres führt die Unverständlichkeit des lukrezischen clinamen darauf zurück, daß man es  in die Festkörperphysik integrieren wollte. Aber es geht um ein paralleles Fallen von Lamellen, das sich in einen Wirbel verwandelt – unter welchen Bedingungen? (siehe 11f.)

 

„Das clinamen ist die kleinste faßbare Bedingung für das Zustandekommen einer Turbulenz. Cicero in De finibusatomorum turbulentia concursio . . . 

Was Lukrez sagt ist wahr, das heißt treu gegenüber dem Phänomen: die Turbulenzen erscheinen stochastisch auf dem laminaren Fließen. Warum? Ich weiß es nicht. Wie? Zufällig für den Raum und für die Zeit. Und was ist das clinamen? Der minimale Winkel für die Bildung eines Wirbels, der zufällig auf einem laminaren Fließen erscheint.. . .

 

Man muß demnach eine Garbe von Parallelen zeichnen. Und an einem Punkt des Flusses oder des Wasserfalls einen kleinen Winkel markieren und von ihm ausgehend eine Spirale. [Michel Serres meint auch, daß mit Zeichnungen manches Problem besser dargestellt wird. (Anm. W. S.)] Und in dieser Bewegung treffen die Atome, die bislang getrennt waren, aufeinander: atomorum turbulentia concursio. Der Text verweist dann noch auf eine Mathematik, auf eine Differentialrechnung, auf eine große Zahl, auf ein Textcorpus, das dem Modell inhärent ist. Man muß noch einen Mann suchen, der dieses Corpus gedacht und geschrieben hat. So beginnt die Arbeit der Physik.  So weit das Protokoll.“ (13ff.)

 

Den kleinsten Winkel gibt es zwischen einer Kurve und ihrer Tangente und damit ist man bei der Differentialrechnung angelangt, der sich eben Demokrit und Archimedes genähert hatten, indem sie sich mit der Bestimmung des Inhalts von Flächen und Körpern wie etwa von Rotationskörpern, Kegeln und Zylindern, beschäftigt haben. Von Archimedes stammt eine verlorene Abhandlung über die Berührung des Kreises oder der Kugel, wo er gegen eine Meinung des Protagoras argumentiert, der dachte, die Gerade berühre den Kreis in mehreren Punkten. Was geschieht in der engsten Nachbarschaft zwischen der Kurve und ihrer Tangente? Oder, wenn man das Phänomen symmetrisieren will, in der Berührung zwischen zwei Kreisen?

Für die Tangenz und für die Kontingenz? Die Physik ist eine Angelegenheit von Winkeln. (Siehe 18f.)

 

„Das Atom hat seinen Geburtsort in der Behandlung von Kurvenelementen, im Irrationalen und Differenzierten oder unendlich Teilbaren – aufgrund einer augenblicklichen Entscheidung zum Stehenbleiben. Und das gilt vor allem für den minimalen Winkel, für das „Winkel-Atom“, für jenen ersten Winkel, dessen Vorstellung lange Zeit der Kritik so monströs erschien, und die doch logischer und evidenter ist als diejenige des Atoms. Daß man nämlich den Kontingenzwinkel nicht unterteilen kann: er ist nachweislich minimal. Er beträgt null – und doch überlagern sich die Linien, die ihn bilden, nicht. Er ist sozusagen „atomischer“ – als das Atom. …

Es gibt keinen Atomismus ohne declinatio.“ (19)

 

Walter Seitter

Dienstag, 12. Juli 2022

+++ Sommerpause +++

 Liebe Aristoteles- und Hermann-Leser, die Sommerferien beginnen leider schon jetzt und dauern bis Ende September, herzliche Grüße Walter

Sonntag, 10. Juli 2022

In der Metaphysik lesen (1081a 17 – 1081b 27)

Protokoll vom 6.Juli 2022

 

Da die aristotelische Metaphysik nicht fertiggeschrieben worden ist – ein historisch-physikalischer Tatbestand (der in die Zuständigkeit der Philologie fällt), ist es „objektiv“ unmöglich, sie fertigzulesen – eine negativ-technische Tatsache (technisch im Sinne von poietisch, da das Lesen sich (wie auch das Schreiben) als eine derartige Begleittätigkeit zum Theoretischen eingebürgert hat).[1]

Um diese wunschwidrige und erfolggefährdende Situation zu verbessern, habe ich vor einiger Zeit vorgeschlagen, das Buch von Hermann von Kärnten in die Metaphysik-Lektüre einzuschieben und diese so hinauszuschieben bzw. zu verlängern, daß sie noch einige Zeit möglich sein wird. Der bislang ziemlich unbekannte Autor gerät damit in die Rolle eines katechontischen Nothelfers, welche keine geringe Rolle ist. Allerdings könnte es sein, daß er sie auch nur ein paar Monate ausfüllen kann. Sodann soll eine Lektüre einiger Passagen der aristotelischen Physik weiterhelfen, die obendrein auch thematisch sehr hilfreich sein dürfte, da sie einen großen „Rücksprung“ darstellen würde und unsere Lektüre auch offiziell auf die Schiene der Physik stellen würde.

 

Die Vorschläge, sowohl die Textstruktur der Metaphysik wie auch unsere Lesetätigkeit (man kann auch sagen -arbeit, sofern sie ernsthaft betrieben wird) zu graphisieren das heißt graphisch sichtbar zu machen, werden besprochen.

Der Graphikvorschlag, der die Textstruktur als Überlagerung von Grundton und Oberton darstellen will, setzt das Schema der gleichzeitig erklingenden Töne ein, das der Harmonie entspricht (welche ihrerseits mehr konsonant oder mehr dissonant ausfällt, wie Maximilian Perstl erklärt). Der andere, der mit Klammeröffnungen und -schließungen die Lektüre als Ineinander von Vorwärtsbewegungen und Rücksprüngen darstellen möchte, erinnert, wie Sophia Panteliadou bemerkt, an Graphisierungsversuche von Jacques Lacan, der diesbezüglich als Vorreiter gelten darf.[2]

Der Hin- und Hersprung zwischen Buch I und Buch XII macht den Spannungsbogen deutlich, der zustandekommt, wenn menschliches Streben sich von der unbewegt bewegenden Wahrheit bewegen läßt und selber sich in Bewegung setzt und damit sich selber in bestimmter Weise qualifiziert.

Aristoteles hält auch an der „Spitze“ seiner Problematik an dem Bewegungsvokabular (in unterschiedlichen Versionen) fest. Auf dem „Höhepunkt“ seiner sogenannten Metaphysik hält er in gewisser Weise an dem Paradigma der Physik fest, welche für ihn die erste theoretische Wissenschaft ist und bleibt und Zweite Philosophie wird sie erst, da sie als responsive Wissenschaftsbewegung und -leistung in den genannten Spannungsbogen hinein gehört, dessen anderer Pol laut Aristoteles der erste, der primäre, der vorrangige, wohl auch der stärkere ist aber beileibe kein allmächtiger ist denn jedes Menschenwesen kann sich für sowas desinteressieren oder es widersinnig verzerren.

Zur Körperlichkeit der Physik müssen dann allerdings andere Realitätssorten dazukommen, die aristotelisch als psychische und noetische zu benennen sind. Was heißt dazukommen? Die Physik als Wissenschaft also menschliche Machenschaft war nie rein körperlich (auch wenn sie spezifische Zusatzkörperlichkeiten wie Sprache, Schrift, Zeichnung) ausgebildet hat: Wissenschaft ist von vornherein animalisch, psychisch, noetisch, hoffentlich leidenschaftlich unterwegs, sozial generiert – andernfalls kommt sie gar nicht so weit, daß sie zustandekommt. Solches weiß man nur, wenn man zumindest jemals derartig oder ähnlich tätig gewesen ist.[3]

 

In den Überlegungen zu den Zahlen weiterlesend fragen wir uns, welche Art von Zweiteilung Aristoteles da im Sinn hat: einerseits die gewöhnlichen Zahlen, die auch als die mathematischen bezeichnet werden; andererseits irgendwie höherrangige Zahlen, die sich sich den mathematischen Operationen verweigern.

 

Karl Bruckschwaiger erwähnt das deutsche Wort „Paar“, das so etwas wie „2“ bedeutet – aber mit zusätzlichen Nuancen: entweder ein festes Paket von zwei gleichartigen Dingen, etwa Würsten oder Schuhen. Oder aber eine bewußt hergestellte gefühlsmäßige oder vertragliche Verbindung zwischen zwei Menschen, die mit dem Wort „Paar“ allein bezeichnet wird. Das wäre dann eine „zwei an sich“. Tatsächlich jedoch gerade nicht nur die Zahl. Fest geschnürte Pakete aus einem oder aus zwei oder aus drei und so weiter Elementen gibt es in der Musik, im Sport und anderswo – dabei sind die Zahlen nur Zusatzbestimmungen zu bestimmten Dingen oder Eigenschaften. Ein berühmtes Beispiel dafür bildet die Dreifaltigkeit Gottes in der christlichen Theologie, welche erst bei Augustinus und dann bei Hegel philosophisch eingeholt worden ist (wenn überhaupt).

Was die Zahlen gegenüber anderen Bestimmungen hervorhebt, ist gerade ihre Behandelbarkeit in der Mathematik, die ein eigenes Reich von Gesetzen bildet, wozu auch die Definition von unterschiedlichen Zahlensorten gehört, die jedoch mit den von Aristoteles genannten pythagoräischen oder platonischen wenig zu tun haben. Es scheint also, daß sich Aristoteles da mit theoretischen Meinungen herumschlägt, die kaum zu halten sind, wie er ja auch selber sagt. Hinter denen jedoch theoretische Möglichkeiten stecken, welche zu seiner Zeit noch kaum eröffnet waren. Immerhin hat Aristoteles, indem er Astronomie und Musik der Mathematik (anstatt der Physik) zugerechnet hat, das mathematische Quadrivium denkbar gemacht und einer Ausweitung der Mathematik über ihre Grenzen hinaus vorgearbeitet.

Was den Gang der modernen Physik entscheidend geprägt haben dürfte – wie auch den anderer moderner Wissenschaften.

 

Walter Seitter

 

 

 

 




[1] Neben dem poietischen Supplement bedarf das Theoretische auch einer praktischen Weichenstellung - siehe dazu das Protokoll vom 22. Juni 2022. Zum physikalischen Aspekt ist anzumerken, daß er mit der Materialität des Textes automatisch gegeben ist und daß er mich wie jeden Leser der Metaphysik dazu zwingt, auch eine Physik der Metaphysik in Angriff zu nehmen – was allerdings nicht jedem bekannt ist.

[2] Siehe Jacques Lacan: Das Seminar über  E. A. Poes „Entwendeten Brief“, in ders.: Schriften I (Frankfurt 1975); Walter Seitter: Jacques Lacan: als Zeichner, in ders.: Jacques Lacan und (Berlin 1984)

[3] Siehe Walter Seitter: Die Leidenschaft des Physikers, in: ders.: Physik des Daseins. Bausteine zu einer Philosophie der Erscheinungen (Wien 1997). Und ich danke Melisa Mendiny für ihre Anregungen.

Dienstag, 5. Juli 2022

In der Metaphysik lesen * Hermann – Lektüre 15 (67vG - 68vC)

Mittwoch, den 29. Juni 2022

 

Der in dieser Sitzung behandelte Gegenstand bei Hermann ist die sogenannte epizyklische Bewegung der Planeten, deren Begründung er bei den Peripatetikern vermisst. Dagegen spricht sich Hermann für eine selbständige Bewegung der Planeten aus, die sich zwar exzentrisch bewegen, also nicht in einfachen Kreisbahnen, aber dennoch nicht von bestimmten Sphären bewegt werden, wie die Peripatetiker oder deren Schüler annehmen.

 

 


Dazu bemüht Hermann eine weitere Graphik um die Exzentrik der Planetenbahnen zu zeigen, wobei von der Erde aus über die Epizyklen der Planeten zu den einzelnen Tierkreiszeichen Linien gezogen werden, sodass die Bewegungen auf dem Hintergrund der Tierkreiszeichen gezeichnet werden können.

Hermann gibt einen Hinweis auf die scheinbar rückläufige Bewegung der Planeten, dass der untere Teil, der erdzugewandte Anblick, nur von bestimmten Punkten aus gesehen werden kann.

Nach dem geometrischen Versuch wird der epizyklische Verlauf durch soziale oder politische Erklärungen ergänzt. Weil der Urheber, also Gott, die Planeten in die Mitte gesetzt hat, haben sie zwar die doppelte Freiheit ihrer besonderen Gesetze, aber sie müssen doch die Bewegungen aller Subjekte vermitteln und werden daher sehr herumgerissen. Diese Aufgabenvielfalt erzeugt einen sehr unrunden Umlauf, die Ausnahme davon ist die Sonne, die über einen gleichartigen Wechsel ihres Auftauchens und Verschwindens verfügt. Die Gleichartigkeit ihrer Bewegung hat mit ihrer Position in der Mitte zu tun. Überhaupt hängt die Beweglichkeit von dem Ort in den Extremitäten ab, die Oberen sind sehr beweglich, die Unteren unbeweglich. Die Planeten stimmen beiden Extremen zu, weil sie sich hin und her bewegen und auch in verschiedenen Geschwindigkeiten, je nach Höhe der Position.

 

Es folgt als Abschluss des ersten Buches ein kurzer Ausflug in die letzte verbliebene mathematische Wissenschaft, die Musik. Weil jede heftige Bewegung einen Klang erzeugt, und einen Zusammenklang, wenn die Töne in bestimmten Verhältnissen zu einander stehen, kann man die himmlische Modulation erkennen, die die Umdrehung der Welt lenkt. Somit entsprechen die Klänge den Abständen der Zwischenräume und die harmonische Modulation dem Aufstieg und Abstieg der Planeten. Der Mathematik folgt stets das soziale Band, denn die Musik hält alles in der Welt in einem unauflöslichen Knoten zusammen, dann die Liebe, denn alles Vibrieren der Töne überträgt sich sofort auf andere, zuletzt das Band des Glaubens, weil hier die unteren den oberen in Gefühl und Haltung nachfolgen. Zuletzt eine Erwähnung von Hermes Trismegistos, der die Musik als gefälliges Geschenk der Menschen an den Oberen betrachtet, sogar die Musik als allein würdig für die Verehrung des Göttlichen hält. Hermann bewundert noch zum Schluss den Chor der himmlischen Jungfrauen, die den unaufhörlichen Einklang besingen.

Zu Hermanns Zeit war die Musik im Gottesdienst noch nicht wirklich so etabliert und gar nicht so wohl gelitten, die Rolle der Musik war erst einige Jahrhunderte später in der Verehrung Gottes angebrochen.

 

Das Zweite Buch

 

Hier wird wieder Robert Ketton angesprochen, aber sofort auf Plato und Aristoteles übergegangen, die schon das Ganze des Kosmos im Auge gehabt hätten, von der Ersten Zeugung bis zu den Sphären, aber die Rolle der Mittleren, der Planeten, nicht in ihr Strukturkonzept des Kosmos genügend eingewebt hätten. Sie hätten das Ausgleichende der Planeten und deren instrumentellen Charakter für den obersten Handwerker übersehen, und das soll von Hermann hier nachgeholt werden. Dazu wird ein Begriff hereingeholt, der bisher am Rande der Abhandlung auftauchte, die Natur. Jede Ordnung, die überlebt, wird durch eine bestimmte Form oder Gestalt weitergeführt und diese Kontinuität der Gestalt nennt Hermann hier Natur.

Da sind wir schon sehr nahe bei einem Gesetz der Natur, wie auch Wolfgang Koch in der nachfolgenden Diskussion feststellt, obwohl die Naturgesetze als eigenes Konzept erst sehr viel später auftauchen würden.

 

Karl Bruckschwaiger

 

Nächste Sitzung: 6. Juli 2022 – Aristoteles, Metaphysik 13. Buch, ab 1081a, 17